Procurement Glossary
Skontoquote: Kennzahl für Skontonutzung im Einkauf
November 19, 2025
Die Skontoquote ist eine wichtige Kennzahl im Einkauf, die den Anteil der genutzten Skontoabzüge an allen verfügbaren Skontomöglichkeiten misst. Sie zeigt auf, wie effektiv ein Unternehmen seine Zahlungskonditionen nutzt und dabei Kosten einspart. Erfahren Sie im Folgenden, was die Skontoquote genau bedeutet, wie sie berechnet wird und welche strategischen Vorteile eine hohe Skontoquote bietet.
Key Facts
- Misst den prozentualen Anteil genutzter Skontoabzüge an allen verfügbaren Skontomöglichkeiten
- Typische Skontosätze liegen zwischen 2-3% bei Zahlungszielen von 10-14 Tagen
- Eine hohe Skontoquote kann die Beschaffungskosten um mehrere Prozentpunkte reduzieren
- Erfordert optimales Liquiditätsmanagement und effiziente Rechnungsbearbeitung
- Wichtiger Indikator für die Effizienz des Accounts Payable-Prozesses
Contents
Definition: Skontoquote – Erklärung und Einordnung im Einkauf
Die Skontoquote definiert sich als Verhältnis zwischen tatsächlich genutzten Skontoabzügen und allen verfügbaren Skontomöglichkeiten in einem bestimmten Zeitraum.
Basics and calculation
Die Skontoquote wird nach folgender Formel berechnet: (Anzahl genutzter Skonto-Rechnungen / Anzahl aller Rechnungen mit Skontomöglichkeit) × 100. Alternativ kann sie wertmäßig ermittelt werden: (Wert genutzter Skonti / Wert aller verfügbaren Skonti) × 100.
Skontoquote vs. andere Zahlungskennzahlen
Im Gegensatz zu Days Payable Outstanding fokussiert sich die Skontoquote ausschließlich auf die Nutzung von Frühzahlerrabatten. Sie ergänzt die pünktliche Zahlungsrate um eine kostenorientierte Perspektive.
Bedeutung der Skontoquote im Einkauf
Eine hohe Skontoquote signalisiert effizientes Liquiditätsmanagement und optimierte Zahlungsprozesse. Sie trägt direkt zur Kostensenkung bei und verbessert die Lieferantenbeziehungen durch pünktliche Zahlungen.
Methods and procedures
Die Optimierung der Skontoquote erfordert systematische Ansätze zur Prozessverbesserung und Liquiditätssteuerung.
Automatisierte Rechnungsbearbeitung
Durch die Erhöhung der Touchless Rate und des Automatisierungsgrads bei Rechnungen können Bearbeitungszeiten reduziert werden. Dies ermöglicht es, Skontofristen einzuhalten:
- Elektronische Rechnungsstellung und -verarbeitung
- Automatische Freigabeworkflows
- Integration into ERP systems
Liquiditätsplanung und Cash Management
Eine präzise Liquiditätsplanung ermöglicht die strategische Nutzung von Skontoabzügen. Dabei werden Cash-to-Cash-Zyklen optimiert und Zahlungsströme koordiniert.
Supplier management
Die Verhandlung günstiger Zahlungskonditionen und die Bewertung von Lieferanten anhand ihrer Skontoangebote unterstützen eine hohe Skontoquote. Der Supplier Rating kann entsprechende Kriterien berücksichtigen.

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Wichtige KPIs für Skontoquoten
Die Messung und Steuerung der Skontoquote erfordert ergänzende Kennzahlen zur ganzheitlichen Bewertung der Zahlungsperformance.
Skonto-Einsparungsvolumen
Das absolute Einsparungsvolumen durch genutzte Skonti zeigt den monetären Nutzen auf. Diese Kennzahl wird oft in Relation zum Gesamteinkaufsvolumen oder als Teil der Savings Pipeline betrachtet.
Durchschnittliche Rechnungsbearbeitungszeit
Die Zeit von Rechnungseingang bis zur Zahlung beeinflusst direkt die Skontoquote. Kurze Bearbeitungszeiten erhöhen die Flexibilität bei der Skontonutzung und verbessern die PO Cycle Time.
Skonto-Opportunity-Rate
Diese Kennzahl misst den Anteil verpasster Skontomöglichkeiten und identifiziert Verbesserungspotenziale. Sie ergänzt die Skontoquote um eine Verlustperspektive und hilft bei der Priorisierung von Optimierungsmaßnahmen.
Risks, dependencies and countermeasures
Eine zu starke Fokussierung auf die Skontoquote kann unerwünschte Nebenwirkungen haben und erfordert ausgewogene Strategien.
Liquidity risks
Die aggressive Nutzung aller Skontomöglichkeiten kann zu Liquiditätsengpässen führen. Unternehmen müssen ihre Days Payable Outstanding sorgfältig mit verfügbarer Liquidität abstimmen, um Zahlungsausfälle zu vermeiden.
Prozessabhängigkeiten
Eine hohe Skontoquote ist stark abhängig von der Fehlerquote bei Rechnungen und effizienten Freigabeprozessen. Verzögerungen in der Rechnungsprüfung können Skontomöglichkeiten zunichte machen:
- Abhängigkeit von IT-Systemen und deren Verfügbarkeit
- Personalengpässe in der Buchhaltung
- Komplexe Freigabehierarchien
Opportunity costs
Die vorzeitige Zahlung zur Skontonutzung kann höhere Renditen alternativer Kapitalanlagen verhindern. Eine Kosten-Nutzen-Analyse sollte die impliziten Zinssätze von Skontoangeboten mit verfügbaren Anlagealternativen vergleichen.
Practical example
Ein mittelständisches Produktionsunternehmen steigerte seine Skontoquote von 65% auf 89% durch die Einführung eines automatisierten Rechnungsworkflows. Dabei wurden Rechnungen mit Skontopotenzial automatisch priorisiert und bei ausreichender Liquidität zur sofortigen Zahlung freigegeben. Die monatlichen Skonto-Einsparungen stiegen von 12.000€ auf 18.500€.
- Implementierung einer KI-basierten Liquiditätsprognose
- Automatische Priorisierung nach Skontohöhe und Fristablauf
- Integration into the existing ERP system
Current developments and effects
Digitalisierung und künstliche Intelligenz verändern die Möglichkeiten zur Optimierung der Skontoquote grundlegend.
AI-supported payment optimization
Künstliche Intelligenz ermöglicht die automatische Priorisierung von Rechnungen basierend auf Skontopotenzial und Liquiditätslage. Machine Learning-Algorithmen können optimale Zahlungszeitpunkte vorhersagen und dabei sowohl Skontovorteile als auch Liquiditätskosten berücksichtigen.
Real-Time Payment Processing
Moderne Zahlungssysteme ermöglichen die sofortige Bearbeitung von Rechnungen bis zum letzten Tag der Skontofrist. Dies maximiert sowohl die Three-Way-Match-Rate als auch die Skontoquote durch optimierte Timing-Strategien.
Integration in Procurement Analytics
Die Skontoquote wird zunehmend in umfassende Procurement-Dashboards integriert und mit anderen KPIs wie Spend under Management verknüpft. Dies ermöglicht ganzheitliche Kostenoptimierungsstrategien.
Conclusion
Die Skontoquote ist eine zentrale Kennzahl für effizientes Liquiditäts- und Kostenmanagement im Einkauf. Durch systematische Prozessoptimierung und den Einsatz digitaler Technologien lassen sich erhebliche Kosteneinsparungen realisieren. Dabei sollten Unternehmen stets die Balance zwischen Skontonutzung und Liquiditätserhaltung im Blick behalten, um nachhaltige Erfolge zu erzielen.
FAQ
Was ist eine gute Skontoquote?
Eine Skontoquote von über 80% gilt als sehr gut, während Werte zwischen 60-80% als durchschnittlich einzustufen sind. Die optimale Quote hängt jedoch von der Branche, Liquiditätslage und verfügbaren Skontosätzen ab.
Wie berechnet man die Skontoquote?
Die Skontoquote errechnet sich aus dem Verhältnis genutzter zu verfügbaren Skontomöglichkeiten: (Anzahl Rechnungen mit genutztem Skonto / Anzahl Rechnungen mit Skontomöglichkeit) × 100. Alternativ kann die wertmäßige Berechnung verwendet werden.
Welche Faktoren beeinflussen die Skontoquote?
Haupteinflussfaktoren sind die Liquiditätslage, Effizienz der Rechnungsbearbeitung, Automatisierungsgrad, Lieferantenkonditionen und die strategische Priorisierung von Skonto gegenüber anderen Liquiditätsverwendungen.
Kann eine zu hohe Skontoquote schädlich sein?
Ja, wenn die Skontonutzung zu Liquiditätsengpässen führt oder rentablere Investitionsmöglichkeiten verhindert. Eine ausgewogene Betrachtung von Skontovorteilen und Opportunitätskosten ist essentiell für optimale Entscheidungen.



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